Hamed Alhamed im Gespräch mit Schülern.

Einfach nur vorankommen, um in Sicherheit zu sein - Ein packender Vortrag über Syrien, die Flucht und das Leben als Flüchtling

Mai 2019

Einfach nur vorankommen, um in Sicherheit zu sein

Ein packender Vortrag über Syrien, die Flucht und das Leben als Flüchtling

Im Rahmen des Projektes „Schule ohne Rassismus“ konnte Hamed Alhamed von den SV-Lehrkräften Beate Gante und Frank Stoos zum zweiten Mal als Referent gewonnen werden. Hamed Alhamed ist 2015 aus Syrien geflohen und macht eine Ausbildung zum Mediengestalter in Deutschland. Den Beruf hat er in seinem Heimatland bereits ausgeübt. In einer multimedialen, sehr fein aufbereiteten Präsentation wechselten sich Bilder, Videos und spannende Erzählungen kurzweilig ab.

Erzählt wurde die Geschichte von Syrien,  das vor dem Krieg ein offenes und tolerantes Land war, in dem unterschiedliche Religionen friedlich nebeneinander lebten.

Dann der Bruch, der arabische Frühling, der Kampf der Bevölkerung für die Meinungsfreiheit. Die blutige Niederschlagung der Proteste erzeugte eine Gewaltspirale und führte das blühende Land in einen blutigen Bürgerkrieg, in dem viele Interessengruppen mitwirken. Sehr eindrucksvoll wurde dieses komplexe Thema dargestellt, und durch teilweise sehr ergreifende Geschichten von Schicksalen bekamen Opfer ein Bild und ein Namen.

Zuletzt wurde den über 100 Zuhörern klar, dass niemand einfach so sein Zuhause, seine Familie, seine Arbeit und Freunde aufgibt und sich auf einen sehr teureren, ungewissen und gefährlichen Weg begibt, um in einem fremden Land Zuflucht zu suchen, dessen Sprache man nicht spricht und dessen Kultur man kaum kennt. Entsprechend kamen nach Hameds Vortrag auch verschiedene Rückfragen, z. B. warum nur er und sein Bruder geflohen seien und nicht die ganze Familie oder woher das Geld für die Flucht kam. 14.000 € mussten aufgebracht werden um den Weg nach Europa zu finanzieren. Auf die Frage zu seinen Erfahrungen bei der Flucht, blieb insbesondere das Wort Angst im Gedächtnis der Zuhörer. „Wir haben nicht gesehen, was um uns herum passiert“, so Hamed Alhamed. „Wir wollten nur vorankommen, um irgendwann in Sicherheit zu sein.“

Jeder Mensch, der geflohen ist, hat seine eigene Geschichte, seine Erfahrungen und sehr oft so ziemlich alles zurückgelassen, was er liebt und was ihm kostbar ist. Wenn man solchen Menschen begegnet, sollte man sich auch das immer vor Augen führen. Frieden ist ein unbezahlbares Gut und niemand ist gerne ein Flüchtling.

Frank Stoos

Christian Hippe