Industriekaufleute

  • Ausbildungsdauer
  • 3 Jahre
  • Abschluss
  • Mittlerer Schulabschluss (Fachoberschulreife)
  • Berufs-/Berufsschulabschluss
  • Hauptschulabschluss nach Klassen 10
  • Voraussetzung
  • Hauptschulabschluss nach Klasse 9
  • Hauptschulabschluss nach Klasse 10
  • Klasse 9 eines Gymnasiums (G8) absolviert
  • Mittlerer Schulabschluss (Fachoberschulreife)
  • Mittlerer Schulabschluss (Fachoberschulreife) mit Qualifikation
  • Fachhochschulreife
  • Allgemeine Hochschulreife (Abitur)

Der Industriekaufmann/die Industriekauffrau ist in Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen tätig, die zunehmend nicht nur Produkte herstellen, sondern auch ergänzende und eigenständige Dienst- und Serviceleistungen in zum Teil umfangreichen Projekten anbieten. Industriekaufleute verfügen über ein nicht nur auf die industrielle Fertigung bezogenes breites kaufmännisches Grundwissen, insbesondere auch im Bereich der Kundenberatung, Kundenbetreuung und der Projektabwicklung.

Das Berufsbild umfasst arbeitsfeldübergreifende Qualifikationen, Fachqualifikationen und profilgebende Einsatzbereiche, in denen branchen- bzw. betriebsbezogene Qualifikationen im Hinblick auf einen angestrebten Arbeitsplatz erworben werden. Kundenorientierung und geschäftsprozessbezogene Handlungskompetenz werden besonders herausgestellt. Betriebliche und schulische Ausbildung ermöglichen den Zugang zu grundlegenden betriebswirtschaftlichen Problemstellungen und Begriffen aus einer geschäftsprozessorientierten Sicht. Die Förderung von Orientierungswissen, das Lösen komplexer und exemplarischer Aufgabenstellung, systemorientiertes und vernetztes Denken und Handeln sind Bestandteil der Ausbildung.

Die Lernfelder des Lehrplanes orientieren sich an typischen Geschäftsprozessen eines Industrieunternehmens. Die Auftragsabwicklung wird als wesentlicher Kernprozess betrachtet, aus dem heraus sich unterstützende Prozesse mit Schnittstellen zu weiteren Kernprozessen ergeben. Die Abgrenzung der Lernfelder berücksichtigt die Unterscheidung von Kern- und unterstützenden Prozessen. Ihre Zielformulierungen ermöglichen didaktisch unterschiedliche Reihenfolgen der Lernfelder in einem Ausbildungsjahr. Die Lernfelder greifen auch die zunehmende Projektarbeit in den Betreiben auf und leisten über die Entwicklung einer umfangreichen Eigenverantwortlichkeit im Hinblick auf die Einschätzung und Optimierung von Abläufen einen wesentlichen Beitrag zur beruflichen Qualifizierung.

Die Orientierung an Geschäftsprozessen wird ergänzt durch die Berücksichtigung der vielfältigen Systemverflechtungen zwischen Märkten, Gesamtwirtschaft und Gesellschaft. Die Zielformulierungen sind im Sinne des Grundsatzes der Nachhaltigkeit ökologischer¸ sozialer und ökonomischer Entwicklung zu interpretieren. Eine ganzheitliche Sichtweise auf komplexe Problemstellungen und die Erarbeitung zukunftsverträglicher Lösungen wird daher neben der Orientierung an Geschäftsprozessen als durchgängiges Unterrichtsprinzip berücksichtigt.

Umfassende Handlungskompetenz zu fördern ist Anliegen aller Lernfelder. Zur Betonung sind Personal-, Sozial-, Methoden- und Lernkompetenz in einigen Lernfeldern ausdrücklich verankert. Die Informationsbeschaffung, -verarbeitung und -auswertung erfolgt integrativ über Medien und informationstechnische Systeme in allen Lernfeldern.

Auch die Vermittlung von fremdsprachlichen Qualifikationen zur Entwicklung entsprechender Kommunikationsfähigkeit ist in die Lernfelder integriert. 

Formal: Hauptschulabschluss. In der Praxis werden Bewerber mit kaufmännischen Grundkenntnissen bevorzugt!
 
Die Auszubildenden des Bildungsgangs am Lippe-Berufskolleg kommen in der Regel aus der Höheren Berufsfachschule oder haben die allgemeine Hochschulreife!

 Zwischenprüfung:

Zur Ermittlung des Ausbildungsstandes wird eine Zwischenprüfung durchgeführt. Sie wird in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden.
Die Zwischenprüfung ist schriftlich anhand praxisbezogener Aufgaben oder Fälle in höchstens 90 Minuten in folgenden Prüfungsbereichen durchzuführen:

1. Beschaffung und Bevorratung
2. Produkte und Dienstleistungen
3. Kosten- und Leistungsrechnung

Abschlussprüfung:

Die Abschlussprüfung besteht aus vier Prüfungsgebieten.

- Geschäftsprozessse 180 Minuten
- Kaufmännische Steuerung und Kontrolle 90 Minuten
- Wirtschafts- und Sozialkunde 60 Minuten

Der Prüfungsbereich Einsatzgebiet besteht aus einer Präsentation ca. 15 Minuten und einem Fachgespräch ca. 15 Minuten.

Berufsschulabschluss, Berechtigung zum Besuch der Fachschule für Wirtschaft

Frau Oberstudienrätin Petra Althaus